Eishockey: OSC Eisladies gegen EC Bergkamen

Wenn die Eisladies an diesem Wochenende am 20.10.2012 im Wellblechpalast gegen die Bärinnen des EC Bergkamen antreten, wird sich der eine oder andere Fan und auch die eine oder andere Spielerin einen Blick zurück erlauben und feststellen, dass die vier Aufeinandertreffen gegen das Team aus Nordrhein-Westfalen in der abgelaufenen Liga-Saison immer etwas Besonderes hatten.

 Das 4:5 nach Penaltyschießen war zum Beispiel die einzige Niederlage im Shootout, das 1:7 zählte mit zu den höchsten Niederlagen in der Saison 2011/12. Das 6:2 in Bergkamen sicherte wenigstens noch den vierten Platz und beim 0:4 am Tag darauf landeten drei Spielerinnen aus den unterschiedlichsten Gründen im Krankenhaus. Da unter den „Spielerinnen“ auch Torhüterin Natascha Ulianiw war, durfte Anja Scheytt ihr Debüt im Tor der Eisladies geben und machte dabei für eine Stürmerin eine sehr gute Figur.

Aber auch in dieser Spielzeit sind die beiden folgenden Aufeinandertreffen nicht ohne eine besondere Note, denn durch einen Formfehler bei der letzten DEB-Mitgliederversammlung sind die Doppellizenzen für die Frauen im Seniorenbereich (das betrifft die Jahrgänge 1991 und älter) derzeit auf „Eis gelegt“, so dass insgesamt fünf Spielerinnen aus beiden Teams aktuell nicht spielberechtigt sind. Bei den „Bärinnen“ betrifft es Jule Flötgen, Sarah Weyand und Michelle Grünewald, bei den Eisladies Susann Götz und Ivonne Schröder.

So unglücklich das Ganze zustande gekommen ist, nun folgt die Suche nach den Schuldigen. Der DEB weist die Schuld von sich, bei den Landesverbänden sieht es ähnlich aus und die Vereine der DFEL suchen schon fast verzweifelt nach einer Lösung. Wann diese kommen wird – entweder in Form einer Ausnahmeregelung oder erst mit Rechtsgültigkeit der neuen Wechselfrist – steht derzeit noch in den Sternen. Aber wie es in solchen Angelegenheiten immer ist; zeitgleich mit der Suche nach den Schuldigen folgt in der Regel die Bestrafung der Unschuldigen; in diesem Fall die Bestrafung der betroffenen Spielerinnen, nämlich mindestens 15, die in „ihrer eigenen Liga“ nicht spielen dürfen. Dass da die ersten Aussagen über „Wettbewerbsverzerrung“ sowie „Machtkämpfe“ fallen oder einem der Gedanke einer Diskriminierung aus Gründen des Alters und/oder des Geschlechts kommt, darf und sollte auch keinen verwundern. Für das deutsche Fraueneishockey ist das Thema Doppellizenzen einfach nur peinlich; wer welche Rolle in diesem Dilemma spielt oder gespielt hat, spielt dabei nun wirklich keine Rolle mehr. Es wirft in der Sache an sich aber ein schlechtes Licht auf alle Beteiligten, die zu einer Entscheidungsfindung beitragen können und müssen. Das sind aber leider nicht die Spielerinnen, denn die können nur warten.

Für die Eisladies gab es unter der Woche noch eine weitere Hiobsbotschaft, denn Verteidigerin Kathrin Fring fällt aller Voraussicht nach noch bis zum Dezember aus, da die Verletzung sich nunmehr doch als Kreuz- und Innenbandanriss herausstellte.

Anja Scheytt hingegen meldete sich nach ihrem „Testeinsatz“ (2 Tore, 2 Vorlagen) gegen die ESG Esslingen auch im Training wieder zurück und wird aller Voraussicht nach auflaufen können.

Also immer etwas Besonderes, womit nicht nur die Spiele gegen den EC Bergkamen gemeint sind. Zur Zeit ist es aber auch etwas Besonderes, eine Eishockeyspielerin des Jahrgangs 1991 oder älter zu sein.

Spielbeginn am Sonnabend 20.10.2012 ist wie üblich um 19:30 Uhr, das Sonntagspiel beginnt dieses Mal um 16:30 Uhr.

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