Anton Welke ist im Rausch der Geschwindigkeit

Der Flossenschwimmer setzt Bestmarken in seiner Altersklasse. Deshalb ist Anton Welke Nachwuchssportler des Monats Dezember.

Eine Woche lang kein Sport. Das ist ziemlich ungewöhnlich bei Anton Welke. Aber ein kleiner Piks kann manchmal eben eine große Wirkung haben. Dabei ist die Sportpause allerdings eher ein bescheidener Nebeneffekt. Denn der 13-Jährige hat sich kürzlich gegen Corona impfen lassen. Von zu intensiver Bewegung wird Kindern und Jugendlichen danach abgeraten. „Dadurch hatte ich ein bisschen viel Freizeit“, sagt er. Doch etwas Luft im meist engen Kalender tut auch mal ganz gut.

Sonst ist Anton nämlich ordentlich beschäftigt. In der Schule spielt er Basketball, mit den Geschwistern geht er Bouldern. Und ganz für sich betreibt er das Flossenschwimmen, international geläufiger als Finswimming. Darin ist er so gut, dass der Hohenschönhauser zum Nachwuchssportler des Monats Dezember erkoren wurde. Über fünf Strecken wurde er deutscher Jugendmeister, zwei davon (400 und 800 Meter) gewann er mit einem Altersklassenrekord.

Der 13-jährige Anton Welke ist sportlich sehr vielseitig

Seine sportlichen Aktivitäten sind sehr verschieden. „Anton ist vielseitig“, sagt Wolfgang Beck, der ihn zusammen mit seiner Frau Ute beim TSC trainiert. Basketball findet der junge Athlet ziemlich anstrengend, weil man „die ganze Zeit hinterherrennt“. Bouldern geht enorm auf die Arme. Das Schwimmen macht er am längsten und regelmäßigsten. „Im Wasser fühle ich mich wie in einer eigenen Welt, weil ich so schnell bin mit der Flosse“, erzählt der Berliner.

Genau das macht für ihn den Reiz aus am Flossenschwimmen. Olympische Ambitionen sind außen vor, denn das Finswimming ist nicht olympisch. Obwohl Anton hofft, dass es das vielleicht mal wird. Dann würden sich gewiss auch die Bedingungen verbessern. Eine Sportschulanbindung gibt es nicht, das Training im Sportforum kann erst um 18.30 Uhr beginnen und geht bis 21 Uhr. Weil Anton nicht weit entfernt wohnt, kommt er trotzdem noch rechtzeitig ins Bett: „Das passt eigentlich alles, ich kriege meine acht Stunden Schlaf.“

Zum Flossenschwimmen gefunden hat Anton Welke in der Schule. „Dort haben wir das mal ausprobiert“, sagt er. Mit Monoflosse und gestreckten Armen pflügt er nun in Delfinbewegungen durchs Wasser. „Anton hat Potenzial, ist physisch und psychisch in der Lage, die Belastungen durchzustehen. Er trainiert sehr motiviert“, sagt Coach Beck.

Ziel von Anton Welke ist es, an einer WM teilzunehmen

Was in Deutschland schon spitze ist, reicht international noch nicht ganz. Vor gut drei Wochen waren sie beim Junioren-Europacup in Polen. „Meine Leistung war gut, aber mein Jahrgang ist ziemlich stark. Von daher muss ich mich noch ein bisschen reinhängen“, erzählt Anton. An Technik und Wenden lässt sich noch einiges verbessern.

Wenn das gelingt, kann er es in die Nationalmannschaft schaffen. Das ist sein Ziel, und dann die Teilnahme an der Junioren-WM. Das braucht aber Zeit, das weiß der junge Flossenschwimmer: „Die WM ist in zwei Jahren realistisch.“ Trainer Beck sagt, dass ein WM-Start eher die Ausnahme sei bei seinen Schützlingen. Anton Welke könnte es packen, viel Luft darf dann aber nicht sein im Trainingskalender.

Newsletter abonnieren
Jetzt registrieren
Finde uns auf
Facebook
Suche

Werbeanzeige

Banner